Googeln Sie Ihr Unternehmen und lesen Sie, was die KI über Sie sagt

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Kurz gesagt: Ja, prüfen Sie es. Wer Ihren Firmennamen bei Google eingibt, liest oft zuerst eine KI-Zusammenfassung, und die stützt sich auch auf Quellen, die Sie nicht kontrollieren. Zehn Minuten und ein privates Browserfenster zeigen, ob die Angaben stimmen. Falsches können Sie meist über Ihre eigenen Seiten und Profile geradeziehen.
Stand dieses Beitrags: 27. Oktober 2026. Die Zahlen stammen überwiegend aus den USA, die Ausspielung in Deutschland verändert sich laufend. Rechtliche Einzelfragen klären Sie bitte mit einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt.
Warum ist das für ein mittelständisches Unternehmen überhaupt ein Thema?
Weil Interessenten Sie prüfen, bevor sie sich melden, und dabei immer öfter eine KI-Antwort lesen. Eine Auswertung von Ahrefs für die USA kommt auf 73,3 Prozent: So viele Markensuchen am Desktop lösten im September eine KI-Übersicht („AI Overview“) aus. Im Juli waren es 61,3 Prozent (OnlineMarketing.de, 5. Oktober 2026). Die Redaktion konnte das Muster auch in Deutschland und mobil nachstellen.
Zum Verhalten der Einkäufer passt eine YouGov-Umfrage unter 509 Unternehmensentscheidern, beauftragt von der Agentur Seokratie: 55 Prozent recherchieren beruflich mindestens mehrmals pro Woche per KI nach Produkten oder Dienstleistern (it-daily.net, 18. September 2026). Der Auftraggeber ist selbst Anbieter in diesem Feld, die Zahlen sind daher eine Orientierung.
Woher hat die KI ihre Angaben über Ihr Unternehmen?
Nicht nur von Ihrer Website. Google zieht für Markenfragen auch Artikel, Videos und Beiträge Dritter heran. In der Ahrefs-Auswertung tauchten Wikipedia, YouTube und LinkedIn besonders oft auf. Chatbots wie ChatGPT oder Gemini mischen ähnliche Quellen.
Bei Google kommt das Wissensfeld („Knowledge Panel“) neben den Suchergebnissen hinzu. Seine Angaben werden aus verschiedenen Quellen zusammengetragen und lassen sich nicht direkt bearbeiten. Entscheidend ist deshalb, dass Ihre Angaben überall übereinstimmen (Digital Loop, 6. Oktober 2026).
Typische Quellen für das Bild Ihres Unternehmens:
- Ihre eigene Website, vor allem Startseite, Leistungsseiten und „Über uns“
- Ihr Google Unternehmensprofil mit Öffnungszeiten, Kategorien und Bewertungen
- Unternehmensseiten auf LinkedIn und anderen Netzwerken
- Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale und Pressemeldungen
- Wikipedia und Wikidata, falls es einen Eintrag gibt
- Videos und Beiträge Dritter, etwa von Messen, Kunden oder Mitbewerbern
Wie prüfen Sie in zehn Minuten, was über Sie gesagt wird?
Mit drei Suchen, einem Chatbot und einem Protokoll. Öffnen Sie ein privates Browserfenster und melden Sie sich ab, damit Ihre eigene Suchhistorie das Ergebnis nicht färbt.
- Geben Sie Ihren Firmennamen ein und lesen Sie die KI-Übersicht, das Wissensfeld und die ersten zehn Treffer.
- Wiederholen Sie die Suche mit „Firmenname Leistungen“ und „Firmenname Erfahrungen“.
- Fragen Sie einen Chatbot: „Was macht [Firma] in [Ort]? Für wen arbeitet das Unternehmen, und wo sitzt es?“
- Fragen Sie nach Alternativen: „Welche Anbieter für [Ihre Leistung] gibt es in Deutschland?“ Sehen Sie, ob Sie genannt werden.
Was Sie festhalten
Notieren Sie je Antwort vier Dinge: den Wortlaut, die genannten Quellen, das Datum und das Werkzeug. Eine einzelne Antwort ist eine Momentaufnahme, denn Formulierung und Quellen schwanken. Belastbar wird das Bild erst, wenn Sie dieselben Fragen nach einigen Wochen wiederholen.
Was ist ein Fehler und was nur Geschmackssache?
Korrigieren sollten Sie, was sachlich falsch, veraltet oder verwechselt ist. Ob die Zusammenfassung Ihre Stärken so betont, wie Sie es täten, ist dagegen keine Fehlerfrage.
- Falschfalsche Adresse, Telefonnummer, Leistung oder Gründungsangabe.
- Veralteteine eingestellte Leistung, ein alter Name, ein ehemaliger Ansprechpartner.
- VerwechseltAngaben eines gleichnamigen Unternehmens oder eines früheren Inhabers.
- LückenhaftIhr wichtigstes Angebot fehlt, obwohl es auf der Website steht.
- GeschmackssacheGewichtung, Wortwahl, Reihenfolge der Leistungen.
Bei Falschaussagen mit geschäftlichem Schaden lohnt ein Blick ins Recht. Laut OnlineMarketing.de hat ein deutsches Gericht vor wenigen Monaten entschieden, dass Google für falsche Aussagen in AI Overviews haften kann. Ob und wie Ihnen das im Einzelfall hilft, beurteilt eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt.
Was können Sie selbst korrigieren?
Alles, was Sie selbst veröffentlichen, und mehr, als man denkt. Die Angaben bei Dritten korrigieren Sie nicht direkt, sondern über die Quelle. Am wirksamsten ist die Reihenfolge von innen nach außen.
Zuerst die eigenen Seiten
Schreiben Sie auf Ihrer Website knapp und eindeutig auf, wer Sie sind: Name, Anschrift, Leistungen, Zielgruppen, Ansprechpartner, Gründungsjahr, wenn Sie es nennen möchten. Die Agentur coma zeigt auf einer eigenen Faktenseite, wie ein solcher Steckbrief für Suchsysteme aussehen kann. Im Alltag reicht oft eine saubere „Über uns“-Seite. Wie Ihre Website Fragen so beantwortet, dass Menschen und KI sie weitergeben können, beschreibt der Beitrag KI-Suche im Mittelstand: Was Ihre Website jetzt leisten muss.
Dann die Profile
Gleichen Sie Google Unternehmensprofil, LinkedIn, Branchenverzeichnisse und Messeeinträge mit der Website ab. Schon ein abweichender Firmenname oder eine alte Telefonnummer reicht, damit Quellen sich widersprechen.
Zuletzt Fremdquellen
Bei Artikeln und Verzeichnissen bitten Sie die Betreiber um Korrektur. Bei Wikipedia gelten eigene Regeln für Interessenkonflikte: Nutzen Sie die Diskussionsseite, statt den Artikel über Ihr eigenes Unternehmen selbst umzuschreiben. Zu einzelnen KI-Übersichten können Sie bei Google Rückmeldung geben, eine Korrektur ist damit nicht garantiert.
Was sollten Sie lieber lassen?
Auf eine einzelne Antwort hin die Website umzubauen. Die Antwort schwankt, und die Ursache liegt oft in einer Fremdquelle. Zwei weitere Reflexe führen in die Irre:
- Bewertungen kaufen oder Mitarbeitende zu Fünf-Sterne-Rezensionen drängen. Das verletzt die Regeln der Plattformen und fällt auf.
- Chatbots mit Tricks beeinflussen wollen. Media Beats ordnet kurzfristige GEO-Hacks als keine Strategie ein (Media Beats, 27. August 2026). Eigene Daten, klare Antworten und saubere Technik tragen weiter.
Wie oft sollten Sie das wiederholen und wer macht es?
Einmal im Quartal reichen etwa 15 Minuten, dazu ein Blick in die Search Console. Dort trennt ein Filter markenbezogene von allgemeinen Suchanfragen. So sehen Sie, wie viele Menschen Ihren Namen schon kennen und suchen, und wie viele Sie über Leistungsbegriffe finden.
Legen Sie fest, wer das bei Ihnen übernimmt: Geschäftsführung, Marketingverantwortliche oder Ihre Agentur. Fragen Sie diese:
- Wer pflegt Unternehmensprofil, Verzeichnisse und Wissensdatenbanken, und wann wurde zuletzt geprüft?
- Gibt es ein Protokoll der Antworten von Google und Chatbots über uns?
- Welche Abweichungen gibt es zwischen Website und externen Profilen?
- Was ändern wir an der Website und was nicht, und warum?
Wenn Sie die Prüfung nicht selbst machen möchten, finden Sie unter Leistungen unsere Arbeitsfelder, und über den Kontakt vereinbaren Sie ein Gespräch.
Wusstest du schon …
Fazit

Benjamin Walther
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