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Website-Check im Mittelstand: 8 Fragen, ob Ihre Seite Anfragen bringt

Zum Jahresbeginn lohnt ein nüchterner Blick auf die eigene Website. Dieser Beitrag stellt acht Fragen, mit denen Inhaber und Geschäftsführer in etwa einer Stunde einschätzen können, ob ihre Seite Anfragen bringt, und in welcher Reihenfolge sich Korrekturen lohnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Website bringt Anfragen, wenn Besucher in wenigen Sekunden verstehen, was Sie anbieten und was der nächste Schritt ist.
  • Acht Fragen reichen für eine belastbare Ersteinschätzung. Sie brauchen dafür kein Fachwissen und keine Spezialsoftware.
  • Zuerst prüfen Sie, was Besucher sehen. Danach, was Google sieht. Zuletzt, was Ihre Zahlen sagen.
  • Nicht jeder Mangel braucht einen Relaunch. Oft genügen gezielte Korrekturen an wenigen Seiten.

Zum Jahresbeginn liegen Zahlen, Budgets und Prioritäten auf dem Tisch. Das ist der passende Zeitpunkt, die eigene Website nüchtern zu prüfen. Die folgenden acht Fragen sind so gewählt, dass Sie sie selbst in etwa einer Stunde beantworten können.

Frage 1: Versteht ein Fremder in fünf Sekunden, was Sie anbieten?

Öffnen Sie Ihre Startseite und zeigen Sie sie jemandem, der Ihr Unternehmen nicht kennt. Nach fünf Sekunden schließt die Person den Bildschirm und beantwortet drei Fragen: Was macht dieses Unternehmen? Für wen? Was soll ich als Nächstes tun?

Kann sie das nicht, liegt das selten am Design. Meist fehlt ein klarer erster Satz. Formulierungen wie „Ihr kompetenter Partner“ sagen nichts über Ihr Angebot. Besser ist eine Aussage, die Leistung, Zielgruppe und Ergebnis nennt.

So prüfen Sie es

  • Lesen Sie nur die Überschrift und den ersten Absatz der Startseite.
  • Steht dort ein konkretes Leistungsversprechen oder nur ein Slogan?
  • Ist ein Button mit klarer Handlung sofort sichtbar, ohne zu scrollen?

Frage 2: Gibt es für jede wichtige Leistung eine eigene Seite?

Wer bei Google nach einer bestimmten Leistung sucht, landet am ehesten auf einer Seite, die genau dieses Thema behandelt. Eine Sammelseite mit allen Angeboten in einer Liste beantwortet selten eine konkrete Frage.

Prüfen Sie, welche drei bis fünf Leistungen den größten Teil Ihres Umsatzes tragen. Jede davon sollte eine Seite haben, die erklärt, für wen sie gedacht ist, welches Problem sie löst und wie ein Projekt abläuft.

Typische Lücken

  • Leistungen stehen nur als Stichpunkte auf einer Übersichtsseite.
  • Die Seite beschreibt Ihre Arbeitsweise, aber nicht den Nutzen für den Kunden.
  • Ein nächster Schritt fehlt oder versteckt sich im Seitenfuß.

Frage 3: Ist der Weg zur Anfrage kurz und eindeutig?

Viele Besucher sind interessiert und springen trotzdem ab, weil der Kontaktweg umständlich ist. Zählen Sie nach: Wie viele Klicks braucht ein Besucher von der Startseite bis zur abgeschickten Anfrage? Und wie viele Felder muss er ausfüllen?

Ein Formular sollte nur fragen, was Sie für eine erste Antwort wirklich brauchen. Name, Rückkanal und ein kurzes Anliegen reichen oft. Alles Weitere klären Sie im Gespräch. Wie der Weg vom ersten Besuch bis zur Anfrage aufgebaut sein kann, beschreiben wir im Beitrag zum Conversion-Pfad.

Schneller Test

  1. Rufen Sie Ihre Website auf dem Smartphone auf.
  2. Versuchen Sie, eine Anfrage abzuschicken, ohne die Seite zu vergrößern.
  3. Notieren Sie jede Stelle, an der Sie zögern.

Frage 4: Ist die Seite auf dem Smartphone wirklich gut bedienbar?

Dass eine Seite „responsiv“ ist, heißt nur, dass sie sich anpasst. Ob sie auch gut funktioniert, zeigt erst der Test mit dem Daumen. Sind Schaltflächen groß genug? Läuft Text über den Rand? Verdeckt ein Hinweisbanner die Inhalte?

Auch im B2B-Umfeld wird die Website häufig unterwegs aufgerufen, zum Beispiel nach einer Empfehlung oder zwischen zwei Terminen. Eine Seite, die dort holprig wirkt, hinterlässt den Eindruck, dass es im Unternehmen genauso zugeht.

Frage 5: Lädt die Seite schnell genug?

Ladezeit ist keine reine Technikfrage, sondern Teil der Nutzererfahrung. Google misst sie mit den Core Web Vitals. Als gut gelten laut Google ein Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden, eine Interaction to Next Paint von höchstens 200 Millisekunden und ein Cumulative Layout Shift von höchstens 0,1 (web.dev: Web Vitals).

Sie müssen diese Werte nicht verstehen, um sie zu prüfen. Das kostenlose Werkzeug PageSpeed Insights zeigt für Ihre Startseite und eine Leistungsseite, ob die Werte im grünen Bereich liegen. Rote Werte sind ein klarer Arbeitsauftrag für Ihre Webagentur.

Häufige Ursachen für langsame Seiten

  • Bilder in Originalgröße statt für die Anzeige aufbereitet.
  • Zu viele Schriftarten, Skripte und Erweiterungen.
  • Ein Hosting-Paket, das für den heutigen Seitenumfang zu knapp ist.

Frage 6: Sind Ihre wichtigen Seiten bei Google angekommen?

Eine Seite, die Google nicht kennt, kann nicht gefunden werden. Mit der kostenlosen Google Search Console sehen Sie, welche Seiten indexiert sind, bei welchen Suchbegriffen Ihre Website erscheint und wie oft Besucher klicken.

Richten Sie die Search Console einmal ein, falls das noch nicht geschehen ist. Schon der Bericht zu den Seiten zeigt, ob etwas versehentlich ausgeschlossen ist, etwa durch einen noindex-Hinweis, der nach einem Umbau stehen geblieben ist.

Frage 7: Beantworten Ihre Inhalte die Fragen Ihrer Kunden?

Google beschreibt in seiner Dokumentation, dass hilfreiche Inhalte für Menschen geschrieben werden und nicht in erster Linie für Suchmaschinen. Als Leitfragen nennt Google unter anderem, ob ein Inhalt eigene Erfahrung oder Fachwissen erkennen lässt und ob Leser danach das Gefühl haben, genug erfahren zu haben (Google Search Central: Hilfreiche Inhalte).

Übertragen auf Ihre Website heißt das: Sammeln Sie die fünf Fragen, die Ihr Vertrieb am häufigsten hört, und prüfen Sie, ob Ihre Seiten sie beantworten. Fehlt die Antwort, ist das Ihr nächster Fachbeitrag.

Beispielhafte Kundenfragen

  • Wovon hängt der Preis ab, und in welchem Rahmen bewegt er sich?
  • Wie lange dauert ein Projekt, und was brauchen Sie von uns?
  • Wie läuft die Zusammenarbeit nach dem Start weiter?

Frage 8: Wissen Sie, was die Website tatsächlich leistet?

Ohne Zahlen bleibt jede Einschätzung Bauchgefühl. Legen Sie vor dem Jahresstart fest, was Erfolg bedeutet, und halten Sie den Ausgangswert fest. Sinnvolle Größen sind die Zahl der Anfragen über die Website, die Zahl der Besucher aus der Suche und die Seiten, über die Anfragen entstehen.

Ein einfaches Quartalsprotokoll mit drei Zahlen genügt. Es zeigt Ihnen, ob eine Änderung gewirkt hat, und schützt vor Entscheidungen aus dem Bauch.

Die Reihenfolge ist wichtig

  1. Zuerst Fragen 1 bis 4: Was erleben Besucher?
  2. Dann Fragen 5 und 6: Was sieht Google?
  3. Zuletzt Fragen 7 und 8: Was bringt es wirklich?

So werten Sie Ihren Check aus

Markieren Sie jede Frage mit Grün, Gelb oder Rot. Grün heißt: passt. Gelb heißt: verbessern, aber nicht dringend. Rot heißt: kostet vermutlich Anfragen.

  • Überwiegend Grün und Gelb: Korrigieren Sie gezielt, ein Relaunch ist nicht nötig.
  • Mehrere Rot bei Fragen 1 bis 3: Das ist ein Inhalts- und Strukturthema. Hier zahlt sich Beratung vor Gestaltung aus.
  • Rot bei Fragen 5 und 6: Das ist ein technisches Thema. Lassen Sie es von Ihrer Webagentur prüfen.

Beginnen Sie mit den zwei roten Punkten, die am nächsten an der Anfrage liegen. Alles andere hat Zeit.

Wusstest du schon …

… dass Google für die Ladeerfahrung konkrete Richtwerte nennt? Als gut gelten ein Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden, eine Interaction to Next Paint von höchstens 200 Millisekunden und ein Cumulative Layout Shift von höchstens 0,1 (web.dev: Web Vitals). Sie lassen sich kostenlos mit PageSpeed Insights prüfen.

Fazit

Mit acht Fragen erkennen Sie, wo Ihre Website Anfragen kostet: bei der Verständlichkeit, beim Weg zur Anfrage, bei der Technik oder bei fehlenden Zahlen. Nicht jeder Mangel erfordert einen Neubau, oft genügen gezielte Korrekturen an wenigen Seiten.

Wenn Sie Ihren Check gemeinsam einordnen möchten, sprechen Sie uns an. Im kostenlosen und unverbindlichen Strategiegespräch, auch per Videocall, schauen wir aus Mühldorf am Inn auf Ihre Seite und sagen Ihnen offen, was sich lohnt und was nicht. Wie wir bei Websites vorgehen, sehen Sie auf unserer Seite zu Webdesign.