Website-Relaunch im Mittelstand: 7 Schritte ohne Sichtbarkeitsverlust

Inhalt
Das Wichtigste in Kürze: sieben Schritte für einen Relaunch ohne Sichtbarkeitsverlust
- Legen Sie vorab ein messbares Ziel fest, zum Beispiel mehr qualifizierte Anfragen.
- Sichern Sie den Ist-Zustand: Rankings, Besucher, Anfragen und alle bestehenden URLs.
- Planen Sie Struktur und Inhalte aus Sicht Ihrer Kunden, nicht aus Sicht Ihrer Abteilungen.
- Überarbeiten Sie Texte, statt sie nur zu übernehmen, und behalten Sie gut platzierte Seiten bei.
- Leiten Sie jede alte URL per 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite.
- Prüfen Sie Ladezeit, Mobilansicht und Formulare, bevor die Seite live geht.
- Kontrollieren Sie nach dem Start zwei bis vier Wochen lang die Search Console.
Schritt 1: Legen Sie fest, was der Relaunch erreichen soll
Ein neues Design ist kein Ziel. Ein Relaunch lohnt sich, wenn er ein Problem löst: zu wenige Anfragen, eine Seite, die auf dem Smartphone schlecht funktioniert, oder ein System, das sich nicht mehr pflegen lässt.
Formulieren Sie das Ziel so, dass Sie es später nachprüfen können.
Beispiele für brauchbare Ziele
- Die Zahl der Kontaktanfragen über das Formular soll steigen.
- Die wichtigsten Leistungen sollen in der Google-Suche besser gefunden werden.
- Mitarbeiter sollen Inhalte ohne fremde Hilfe pflegen können.
Prüfen Sie ehrlich, ob ein vollständiger Relaunch nötig ist. Manchmal reicht es, einzelne Seiten zu überarbeiten. Das ist günstiger und riskiert weniger.
Schritt 2: Sichern Sie den Ist-Zustand
Ohne Vergleichswerte wissen Sie nach dem Start nicht, ob die neue Seite besser ist. Halten Sie deshalb vorher fest, was heute funktioniert.
- Besucher und Anfragen: Welche Seiten bringen heute Besucher, welche führen zu Kontakt?
- Suchanfragen und Rankings: Die kostenlose Google Search Console zeigt, über welche Begriffe Ihre Seiten gefunden werden.
- Alle bestehenden URLs: Exportieren Sie die Liste, auch von Unterseiten, Blogbeiträgen und PDF-Dateien.
- Verlinkungen von außen: Seiten, auf die andere Websites verlinken, dürfen beim Umzug nicht verloren gehen.
Diese Liste ist später die Grundlage für die Weiterleitungen und ein wichtiger Teil der Erfolgskontrolle.
Schritt 3: Planen Sie Struktur und Navigation aus Kundensicht
Besucher kommen mit einer Frage: Was bietet dieses Unternehmen, und ist es das Richtige für mich? Die Struktur der Seite sollte diese Frage schnell beantworten.
Wichtig ist, dass jede zentrale Leistung eine eigene Seite hat, die ein konkretes Thema behandelt. Ein Sammelabschnitt „Leistungen“ mit drei Zeilen pro Angebot reicht dafür meist nicht. Suchmaschinen und Kunden brauchen eine Seite, die ein Thema vollständig erklärt.
Fragen für die Strukturplanung
- Welche drei Dinge sollen Besucher auf der Startseite sofort verstehen?
- Welche Seiten brauchen Entscheider, bevor sie Kontakt aufnehmen?
- Welche Inhalte sind veraltet und sollten wegfallen?
Schritt 4: Überarbeiten Sie die Inhalte, statt sie nur zu übernehmen
Viele Relaunches ändern das Aussehen und lassen die Texte unverändert. Dabei entscheiden Texte, ob jemand anfragt. Schreiben Sie konkret: Was bieten Sie an, für wen, mit welchem Ergebnis und wie geht es weiter?
Behalten Sie Seiten, die heute gut gefunden werden, möglichst inhaltlich bei. Ein starker Text wird nicht schlechter, weil das Design neu ist. Wer ihn dagegen stark kürzt oder ersetzt, verändert oft auch das Ranking.
Bilder sollten echte Situationen und echte Arbeit zeigen. Vermeiden Sie Stockfotos, die auf jeder zweiten Website auftauchen. Jedes Bild braucht einen Alt-Text, der beschreibt, was zu sehen ist.
Schritt 5: Richten Sie Weiterleitungen für jede alte URL ein
Hier gehen bei Relaunches die meisten Rankings verloren. Ändert sich eine Adresse, muss die alte URL dauerhaft auf die passende neue weiterleiten. Fachlich ist das eine 301-Weiterleitung. Google beschreibt das Vorgehen in der Dokumentation zum Umzug einer Website mit URL-Änderungen und zu Weiterleitungen.
So gehen Sie vor
- Nehmen Sie die URL-Liste aus Schritt 2.
- Ordnen Sie jeder alten URL die thematisch passende neue Seite zu.
- Leiten Sie nicht pauschal auf die Startseite, sonst verlieren Sie den thematischen Bezug.
- Testen Sie die Weiterleitungen vor dem Start stichprobenartig.
Fällt eine Seite ersatzlos weg, ist es in Ordnung, wenn sie mit „nicht gefunden“ antwortet. Entscheiden Sie das aber bewusst und nicht aus Versehen.
Schritt 6: Prüfen Sie Technik und Ladezeit vor dem Start
Eine neue Seite sieht auf dem Entwicklungssystem oft gut aus und hat nach dem Start Fehler. Planen Sie deshalb eine feste Testphase ein, bevor die Seite online geht.
- Mobilansicht: Prüfen Sie wichtige Seiten auf einem echten Smartphone, nicht nur im Browserfenster.
- Ladezeit: Messen Sie mit PageSpeed Insights und achten Sie auf die Core Web Vitals.
- Formulare: Senden Sie ein Testformular ab und prüfen Sie, ob die Anfrage im Postfach ankommt.
- Indexierung: Die Testumgebung darf nicht von Suchmaschinen erfasst werden, die neue Seite aber muss es nach dem Start sein. Prüfen Sie, dass kein noindex versehentlich mit live geht.
- Rechtliches und Tracking: Impressum, Datenschutzerklärung und Einwilligungsbanner müssen vollständig übernommen sein.
Schritt 7: Beobachten Sie die ersten Wochen nach dem Start
Mit dem Livegang ist der Relaunch nicht abgeschlossen. Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google die neue Struktur erst neu bewerten muss. Wichtig ist, Fehler früh zu sehen.
Das sollten Sie kontrollieren
- Meldet die Search Console neue Fehler, zum Beispiel nicht gefundene Seiten?
- Werden die wichtigsten Seiten weiterhin indexiert?
- Kommen Anfragen über das Formular weiter an?
- Wie entwickeln sich Besucherzahlen und Anfragen im Vergleich zu den Werten aus Schritt 2?
Planen Sie außerdem einen Termin nach vier bis acht Wochen ein, um die Zahlen mit dem Ziel aus Schritt 1 zu vergleichen. Erst dann sehen Sie, ob sich der Relaunch gelohnt hat.
Typische Fehler, die Sie vermeiden können
- Der Relaunch startet ohne Ziel und ohne Messung.
- Alte URLs werden nicht weitergeleitet.
- Gute Inhalte werden ohne Grund gelöscht oder umgeschrieben.
- Die Testphase wird verkürzt, weil der Termin feststeht.
- Nach dem Start schaut niemand mehr in die Search Console.
Ob ein Relaunch für Ihr Unternehmen überhaupt der richtige Schritt ist, lässt sich meist schon an Ihren Zahlen erkennen. Das ist auch bei der Frage nach dem Conversion-Pfad der Ausgangspunkt: Wie kommen Besucher heute zu einer Anfrage, und wo brechen sie ab?
Wusstest du schon …
Fazit
Wenn Sie überlegen, Ihre Website zu überarbeiten, sprechen Sie uns an. Im kostenlosen und unverbindlichen Strategiegespräch, auch per Videocall, ordnen wir gemeinsam ein, ob ein Relaunch oder gezielte Verbesserungen der bessere Weg sind. Mehr zu unserer Arbeit finden Sie auf der Seite Werbeagentur Mühldorf.